Kapitel 8 – 協定 (Kyōtei) – Übereinkunft

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30. September 1919

Ich werde von einen lauten, hartnäckigen Klopfen geweckt. Ich brauche einen Moment, um mich zurecht zu finden, bis mir einfällt, dass dies meine erste Nacht in meinem neuen zu Hause war. Ich werfe einen Blick auf die Wanduhr. Sie zeigt Punkt neun Uhr. Verdammt! Es ist gestern doch etwas später geworden. Hastig springe ich aus dem Bett. Ich werfe mir nur schnell eine Yukata über und schlüpfe in meine Hausschuhe, bevor ich nach unten eile um meinem neuen Hausangestellten die Tür zu öffnen.

Eren-san erkennt meinen Zustand und entschuldigt sich für sein frühes Erscheinen. Ich winke ab und bitte ihn in die Küche. Ich brauche jetzt erstmal einen Tee, biete auch ihm einen an, was er erstaunt aber erfreut annimmt. Ich erkläre ihm, dass ich demnächst für längere Zeit verreisen werde. Ich rechne mit einer Abwesenheit von zwei bis drei Monaten und bitte ihn, sich derweil um Haus und Hof zu kümmern.

Insbesondere dem Rosenstock aus dem Hause Carnarvon möge er besondere Zuwendung und Aufmerksamkeit widmen – dieser sei ein Geschenk eines guten Freundes, sage ich. Eren-san gelingt es kaum, sein Erstaunen über meine Umgangskreise zu verbergen. Ich tue so, als würde ich das nicht bemerken und lege einen Schlüsselsatz für Curdridge Hill sowie das gestern mündlich vereinbarte Gehalt im Voraus für die nächsten sechs Monate auf den Tisch. Eren nickt stumm und sagt, er würde sich gleich an die Arbeit machen. Der Rasen sei in den letzten Wochen doch ziemlich gesprossen.

Henuri-san kehrt von einem Morgenspaziergang (ohne Indy) zurück und nach und nach tauchen auch meine anderen Gäste aus ihren Schlafzimmern auf. Es gibt ein leichtes Frühstück – viel habe ich ohnehin gerade nicht im Hause – das wir gemächlich einnehmen. Dann brechen wir auf, um an Bord der Almina erneut die Segel in Richtung Abenteuer zu setzen. Wir nehmen Kurs auf meine alte Heimat Japan.

 

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