Kapitel 5 – 旅の道連 (Tabi no michi zure) – Weggefährten

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18. Mai 1919

Wir sind nun schon einige Tage auf See und haben gerade Niederländisch-Indien hinter uns gelassen. Ich habe die letzten Tage genutzt, mich mit meinen Mitreisenden weiter bekannt zu machen. Lorudo-san scheint viel von mir zu halten. Er hat mir direkt einen Job auf seinem Schiff angeboten und mich damit in die unangenehme Lage gebracht, seinem Vorschlag nicht entsprechen zu können. Ich will mich im Augenblick nicht festlegen und keine Verpflichtungen eingehen.

Dennoch habe ich die ein oder andere Stunde bei nautischen Fachsimpeleien mit dem Senchō verbracht. Ich kann mich dem Eindruck nicht entziehen, dass der Norweger von einem körperlichen oder seelischen Leiden gezeichnet ist. Mir ist aufgefallen, dass seine Hände zuweilen unkontrolliert zittern.

Ich erfahre auch mehr über den Grund der Reise nach Japan. Eine Bekannte Lorudo-sans hatte sich in Verzweiflung an ihn gewendet, um ihn um Hilfe bei der Suche nach ihrer als vermisst geltenden Nichte zu bitten. Die Spur führte sie in den Aokigahara. Nicht nur Maikurofuto deutet seltsame Erlebnisse an, erzählt von einem verwunschenen Dorf am Rande des Meeres der Bäume mit dem Namen Naushua, seltsamen Erscheinungen und einer bösartigen, geisterhaften Kreatur. Liegt es am Gin oder es ist tatsächlich etwas dran an den Gerüchten, dass im Aokigahara Käfte wirken, die die Menschen verrückt machen? Vielleicht ist es auch dieses seltsame Buch, das Henuri-san und Maikurofuto während unserer Fahrt so intensiv studieren.

Trotz der von Maikurofuto bildreich beschriebenen Schwierigkeiten auf ihrer Mission, hatten sie das vermisste Mädchen gefunden. Roni-san ist mit an Bord und wird seelisch und körperlich von der bezaubernden Mary-Ann von Humboldt umsorgt. Mari-chan betreibt eine Apotheke in Exeter, erzählt sie mir offenherzig. Sie hat einen kleinen lästigen Affen bei sich, der mich aber nicht besonders mag. Das beruht auf Gegenseitigkeit. Henuri-sans Hund, der auf den Namen Indie hört, ist mir da wesentlich sympathischer.

Heute bin ich mit Mare, dem Schiffsjungen ins Gespräch gekommen. Er hatte in Ägypten auf den Straßen von Kairo gelebt, als Lorudo-san ihn dort auflas und ihm eine solide Ausbildung und Zukunftsaussichten in England anbot. Er will Mechaniker werden, sagt er. Maschinen und Motoren findet er spannend und aufregend.


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