Kapitel 21 – 山伝いに ( Yama zutai ni) – Über die Berge

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7. Juli 1919

Wir reiten die ganze Nacht hindurch. Das Land ist hier noch flach und wir nutzen den Schutz der Nacht, um nicht entdeckt zu werden. Gegen Morgen erreichen wir das Vorgebirge und drosseln das Tempo etwas. Schließlich halten wir an einem Gehöft. Omar klopft an die Haustür und verhandelt mit dem Bauern. Kurz darauf gibt er uns zu verstehen, die Pferde in die Scheune zu bringen. Mare-kun kümmert sich um die Tiere, die die Ruhepause zu schätzen wissen, während die Hausherrin uns Krautwickel serviert. “Savama”, erklärt sie, zumindest ist es das, was ich verstehe. Es schmeckt ungewohnt, jedoch nicht schlecht.

Nach dem Essen ruhen wir uns in der Scheune aus und nach nur drei Stunden Schlaf geht es weiter, hinein in die Berge. Am frühen Nachmittag erreichen wir den Bergrücken. Der Ausblick vom Kamm ist überwältigend, doch es geht von nun an steil bergab. Ich sitze vorsichtshalber ab und führe mein Pferd. Eine gute Entscheidung, wie sich zeigt, denn selbst Mare-kun gelingt es nicht, beim Ritt bergab auf dem Pferderücken zu bleiben. Auch Henuri-san hat sein reiterisches Können offenbar überschätzt und stürzt unsanft aus dem Sattel.

Im Tal erreichen wir einen Ort, halten hier, um eine kurze Rast einzulegen, reiten dann weiter durch das Tal und erreichen zum Abend ein weiteres Gehöft. Wir werden mit mit Gemüse und Lammfleisch gefülltem Fladenbrot (Lepinja) verköstigt. Maikurofuto und ich stoßen mit Spirituosen aus unseren Feldflaschen an – Gin und Sake. Erfreut über unsere Vorliebe für hochgeistige Getränke offeriert uns die Bäuerin die Spezialität des Hauses – Selbstgebrannten. Kampai!

 


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